MyHammer-Alternative für Handwerker: Kosten, Modelle und andere Wege zu Aufträgen
Du suchst eine MyHammer-Alternative? So unterscheiden sich Kontaktgebühr, Leadlieferung und eigene Akquise, mit Kostenlogik und Prüffragen für deinen Betrieb.
MyHammer kennt im Handwerk fast jeder. Manche Betriebe gewinnen dort seit Jahren gute Aufträge, andere ärgern sich über Gebühren für Kontakte, aus denen nichts wird, oder über die Zeit, die das Sichten und Bewerben kostet. Wenn du nach einer MyHammer-Alternative suchst, geht es meistens um eine dieser Fragen: Gibt es ein Modell, das besser zu meinem Betrieb passt? Und wie vergleiche ich das fair?
Dieser Ratgeber gibt dir keine Schwarz-Weiß-Antwort. Er erklärt die Modelle, zeigt, worauf du bei den Kosten achten solltest, und hilft dir, die passende Kombination für deinen Betrieb zu finden. Die Angaben zu den Anbietern stammen aus deren eigenen öffentlichen Seiten und AGB, abgerufen am 28. Oktober 2026. Preise und Bedingungen können sich ändern, prüf deshalb vor einer Entscheidung immer den aktuellen Stand.
So funktioniert MyHammer für Handwerker
MyHammer ist eine Ausschreibungsplattform. Kunden stellen ihren Auftrag ein, und Handwerker entscheiden, auf welche Aufträge sie reagieren. Die Registrierung ist laut MyHammer kostenlos.
Kosten entstehen über die Kontaktgebühr. Laut den AGB für Handwerker und Dienstleister (Stand Februar 2026) wird sie fällig, wenn ein bestätigter Kontakt zwischen dir und dem Auftraggeber zustande kommt. Die Gebühr wird dir vorher angezeigt und richtet sich nach dem voraussichtlichen Umfang, dem Wert, der Kategorie und dem Ort des Auftrags. Zusätzlich gibt es Abonnements: Du zahlst eine monatliche Grundgebühr und erhältst dafür ein Guthaben für Kontaktgebühren. Guthaben, das du in einem Abonnementmonat nicht nutzt, verfällt laut AGB am Ende dieses Abonnementmonats und wird nicht übertragen.
Wichtig für deine Rechnung: Die Kontaktgebühr bezahlt den Kontakt, nicht den Auftrag. MyHammer erklärt das auch selbst in seinem Hilfebereich. Wenn der Kunde sich am Ende für einen anderen Betrieb entscheidet, bleibt die Gebühr trotzdem ein Teil deiner Akquisekosten.
Die Alternativen im Überblick
Grundsätzlich gibt es drei Richtungen. Jede hat ihre Stärken, und keine ist für jeden Betrieb die richtige.
Andere Ausschreibungsplattformen
CHECK24 Profis funktioniert ähnlich: Die Registrierung ist laut eigener Seite kostenfrei, es gibt keine monatliche Grundgebühr und keinen Mindestumsatz. Kosten entstehen bei bestätigtem Interesse des Kunden, abhängig von Dienstleistung, Auftragsvolumen und Marktsituation. Laut CHECK24 können Profis durch hohe Qualität und Aktivität bis zu 30 Prozent Rabatt erhalten.
Daneben gibt es kleinere, oft regionale oder auf einzelne Gewerke spezialisierte Portale. Das Grundprinzip bleibt gleich: Du sichtest, wählst aus und bewirbst dich. Wenn dir genau das an MyHammer gefällt, dich aber Preise oder Wettbewerb stören, kann ein Wechsel oder eine Ergänzung sinnvoll sein.
Anbieter, die dir Anfragen liefern
Hier läuft es andersherum. Du legst Leistung, Gebiet und Menge fest, und der Anbieter liefert dir passende Anfragen. Du musst nichts sichten und dich nicht bewerben. Bezahlt wird pro gelieferter Anfrage.
Aroundhome etwa berechnet laut Partnerseite jede übermittelte Anfrage; der Preis hängt vom angebotenen Produkt ab und wird im Vertragsprozess angezeigt. Verträge sind dort laut eigener Aussage in den meisten Fällen monatlich kündbar, und jede Anfrage wird an maximal drei Fachpartner vermittelt.
Bei webRichtung wählst du Branche, Gebiet, Standard- oder Exklusivlieferung und eine monatliche Obergrenze. Standard-Anfragen gehen an höchstens drei Anbieter, exklusive Anfragen an genau einen. Den aktuellen Preis siehst du vor der Beauftragung, und das Konto ist kostenlos.
Eigene Akquise
Empfehlungen, ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil, eine Website mit klarem Anfrageweg und bei Bedarf Anzeigen: Damit bist du unabhängig von Plattformen. Der Preis dafür ist Zeit und manchmal Know-how.
Der große Vorteil eigener Wege: Jede Anfrage gehört allein dir, und mit jedem zufriedenen Kunden wird der Kanal stärker. Eine gute Bewertung bei Google oder eine Empfehlung im Bekanntenkreis wirkt jahrelang weiter, ohne dass du dafür noch einmal zahlst. Der Nachteil: Es dauert, bis daraus ein verlässlicher Strom an Anfragen wird, und in ruhigen Phasen kannst du die Menge kaum kurzfristig erhöhen. Deshalb kombinieren viele Betriebe eigene Akquise als Fundament mit einer Plattform oder einer Leadlieferung als steuerbarer Ergänzung. Einen Überblick über alle Wege findest du im Ratgeber Kundenakquise im Handwerk.
Kontaktgebühr oder Leadpreis: Was ist günstiger?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, und jeder, der es trotzdem tut, macht es sich zu leicht. Was du vergleichen solltest, sind nicht die Einzelpreise, sondern die Kosten pro gewonnenem Auftrag. Dazu gehören drei Bausteine:
- Direkte Kosten: Kontaktgebühren oder Leadpreise, plus Abo- oder Grundgebühren.
- Zeit: Sichten, Bewerben, Telefonieren, Termine, Angebote. Eine Stunde Vertrieb ist eine Stunde, die du nicht auf der Baustelle verbringst.
- Abschlussquote: Wie viele Kontakte oder Anfragen brauchst du im Schnitt für einen Auftrag?
Ein Beispiel mit bewusst einfachen, ausgedachten Zahlen: Du zahlst auf einer Plattform für zehn Kontakte insgesamt 250 Euro und verbringst fünf Stunden mit Sichten und Bewerben. Bei einem Anbieter mit Lieferung zahlst du für zehn Anfragen 400 Euro, sparst dir aber das Sichten und brauchst nur zwei Stunden für die Vorarbeit. Welches Modell günstiger ist, hängt jetzt davon ab, was dir deine Stunde wert ist und aus welcher Gruppe mehr Aufträge entstehen. Genau das findest du nur heraus, wenn du es misst.
Wie du das sauber rechnest, zeigt der Ratgeber Was dürfen Leads kosten?
Prüffragen für jede Alternative
Bevor du dich bei einer neuen Plattform oder einem Anbieter anmeldest, kläre diese Punkte:
- Wofür genau zahle ich: für einen Kontakt, eine gelieferte Anfrage oder eine Mitgliedschaft?
- Sehe ich den Preis, bevor Kosten entstehen?
- An wie viele Betriebe geht dieselbe Anfrage?
- Kann ich mein Gebiet genau festlegen?
- Gibt es eine Grundgebühr, eine Mindestlaufzeit oder verfallendes Guthaben?
- Kann ich eine Obergrenze für meine monatlichen Kosten setzen?
- Was passiert mit offensichtlich falschen Anfragen oder Kontakten?
- Wie entstehen die Anfragen, und hat die Person selbst um Kontakt gebeten?
Gerade die letzte Frage wird oft vergessen. Eine Person, die selbst ein Angebot angefragt hat, ist am Telefon eine ganz andere Gesprächspartnerin als jemand, der nur auf einer Liste steht.
Welches Modell passt zu welchem Betrieb?
Du hast Zeit zum Sichten und willst selbst auswählen: Ausschreibungsplattformen passen gut. Du entscheidest Auftrag für Auftrag und zahlst nur für Kontakte, die du willst.
Du hast wenig Zeit, aber freie Kapazität: Eine Leadlieferung nimmt dir die Suche ab. Du konzentrierst dich auf Gespräche und Angebote.
Du verkaufst hochwertige, erklärungsbedürftige Leistungen: Exklusive Anfragen können sich lohnen, weil der Lieferant dieselbe Anfrage an keinen weiteren Betrieb weitergibt und du so in Ruhe beraten kannst. Der Interessent kann natürlich trotzdem selbst weitere Angebote einholen. Mehr dazu im Ratgeber Exklusive oder geteilte Leads.
Du willst unabhängiger werden: Bau parallel deine eigene Akquise auf. Plattformen und Leads sind dann eine Ergänzung, keine Abhängigkeit.
Wann MyHammer die richtige Wahl bleibt
Fair ist fair: Für manche Betriebe ist MyHammer genau richtig, und eine Alternative bringt dann keinen Vorteil. Das gilt vor allem, wenn du viele kleinere Aufträge annimmst, die sich schnell abwickeln lassen, wenn du gern selbst entscheidest, welcher Auftrag zu deinem Kalender passt, und wenn du die Plattform täglich im Blick hast. Gute Bewertungen auf deinem Profil sind dort außerdem ein Vorteil, den du dir erarbeitet hast und nicht einfach mitnimmst.
Auch ein Abo kann sich lohnen, wenn du dein monatliches Guthaben zuverlässig ausschöpfst. Wenn du es dagegen regelmäßig verfallen lässt, zahlst du für Kontakte, die du nie genutzt hast. Ein Blick auf die letzten Monate zeigt dir schnell, auf welcher Seite du stehst.
Typische Stolperfallen beim Vergleich
Beim Vergleich von Plattformen und Anbietern passieren immer wieder dieselben Denkfehler. Wenn du sie kennst, sparst du dir Geld und Ärger:
- Nur den Einzelpreis vergleichen: Ein günstiger Kontakt nützt wenig, wenn du zwanzig davon für einen Auftrag brauchst.
- Die eigene Zeit vergessen: Sichten, Bewerben und Nachfassen sind Arbeitszeit. Rechne sie mit einem realistischen Stundensatz ein.
- Zu kurz testen: Viele Aufträge entstehen erst Wochen nach der Anfrage. Wer nach zwei Wochen urteilt, sieht oft nur die Kosten, aber noch nicht die Abschlüsse.
- Gebiet zu groß wählen: Anfragen aus Orten, die du eigentlich nicht anfahren willst, kosten trotzdem Geld oder Zeit.
- Langsam reagieren: Egal welches Modell, eine Anfrage, die tagelang liegt, wird selten zum Auftrag.
Der Wechsel: Testen statt Bauchentscheidung
Du musst MyHammer nicht von heute auf morgen kündigen, um eine Alternative auszuprobieren. Sinnvoller ist ein begrenzter Test: Lass deine bisherigen Wege weiterlaufen und starte eine neue Quelle mit kleinem Budget und einer festen Obergrenze. Halte für jede Quelle getrennt fest, wie viele Anfragen kamen, wie viel Zeit du investiert hast und wie viele Aufträge entstanden sind.
Nach zwei bis drei Monaten hast du echte Zahlen statt Vermutungen. Dann kannst du entscheiden, ob du umschichtest, kombinierst oder alles beim Alten lässt. Auch das ist eine gute Entscheidung, wenn die Zahlen dafür sprechen.
Ein Tipp für den Test: Bearbeite die Anfragen aus beiden Quellen gleich gut. Wenn die neue Quelle schneller angerufen wird, weil sie neu und spannend ist, vergleichst du am Ende nicht die Quellen, sondern deinen Eifer.
webRichtung als Alternative testen
Wenn du die Suche nach Aufträgen abgeben willst, kannst du webRichtung ohne Grundgebühr testen. Du legst kostenlos einen Zugang an und stellst in webRichtung Customer deinen Lead-Auftrag ein: Branche, Gebiet (ganz Deutschland oder Postleitzahl mit Umkreis ab 25 km), Standard- oder Exklusivlieferung und eine monatliche Obergrenze. Den aktuellen Preis siehst du, bevor du bestätigst. Die Obergrenze begrenzt deine Kosten, sie ist keine zugesagte Liefermenge.
Wähle deine Branche in der Leadübersicht und starte deinen Test. Wenn du vorher alles Wichtige zum Leadkauf nachlesen willst, hilft dir der Leitfaden zum Leadkauf.
Häufige Fragen
Was kostet MyHammer für Handwerker?
Die Registrierung ist laut MyHammer kostenlos. Kosten entstehen durch eine Kontaktgebühr, die bei einem bestätigten Kontakt mit dem Auftraggeber fällig wird und vorher angezeigt wird. Optional gibt es Abos mit monatlicher Grundgebühr und Guthaben für Kontaktgebühren (Stand AGB Februar 2026).
Welche Alternativen zu MyHammer gibt es?
Andere Ausschreibungsplattformen wie CHECK24 Profis, Anbieter, die dir fertige Anfragen liefern, etwa Aroundhome oder webRichtung, und eigene Wege wie Empfehlungen, Google-Unternehmensprofil, Website und Anzeigen.
Was ist der Unterschied zwischen Kontaktgebühr und Leadpreis?
Bei einer Kontaktgebühr wählst du Aufträge selbst aus und zahlst, wenn ein Kontakt zustande kommt. Bei einem Leadpreis bekommst du Anfragen nach deinen Einstellungen geliefert und zahlst pro gelieferter Anfrage.
Muss ich mich für eine Plattform entscheiden?
Nein. Viele Betriebe kombinieren mehrere Wege. Wichtig ist, für jede Quelle getrennt festzuhalten, was sie kostet und wie viele Aufträge daraus entstehen.